logo
ALTNEULAND, 1. September 2017, Ausgabe 35, 17. Jahrgang Ausgabe: Nr. 35 » 1. September 2017
INTERVIEW

Ein jüdischer oder ein demokratischer Staat?

Valerie Wendenburg, 1. September 2017
Im Jahr der Jubiläen spricht der Historiker Michael Brenner über Theodor Herzl, die Staatsgründung Israels und die aktuellen inneren Konflikte des Landes.
tachles: Der erste Zionistenkongress, der 1897 in Basel stattgefunden hat, jährt sich zum 120. Mal. Was würde Theodor Herzl wohl denken, würde er heute einen Blick nach Israel werfen?
Michael Brenner: Als Historiker muss ich die langweilige Antwort geben: Wir wissen es nicht.... Mehr...
DISQUSSIONEN

Von Basel nach Jerusalem

Gundula Madeleine Tegtmeyer, 1. September 2017
Die Parteienlandschaft in Israel ist komplex, ihre Entstehung geht auf zionistische Gruppierungen mit starken, ideologischen Differenzen zurück.
Theodor Herzl gilt als Vater des politischen Zionismus. Das Urheberrecht auf den Begriff hat er nicht. Bereits im Jahr 1890 gebrauchte der österreichische jüdische Publizist Nathan Birnbaum die Begriffe «Zionist» und «Zionismus». Zwei Jahre später prägte... Mehr...
DER PLAN

Britisches Mandat und Uno-Teilungsplan

Helmut Mejcher, 1. September 2017
Der Teilungsplan der Vereinten Nationen für das britische Palästina-Mandat wird meist als Vorspiel des Unabhängigkeitskriegs wahrgenommen – doch eine Untersuchung des Projekts macht die Komplexität des Palästinakonflikts greifbar.
Seit den Forschungen der «neuen Historiker» in Israel Ende der 1980er-Jahre sind auch die Zusammenhänge rund um den Uno-Teilungsplan für das britische Mandat Palästina vom November 1947 in grosser Detailfülle erkennbar geworden. Der gegen intensive arabische... Mehr...
KULTURZIONISTEN

Der Beitrag der «Kulturzionisten»

Martin Dreyfuss, 1. September 2017
Ein Blick auf die vielen jüdischen Kulturschaffenden, die in den frühen Jahren des Zionismus an der Bewegung Teil hatten.
Nicht erst in den 1930er-Jahren wurde der Begriff der Kultur in Verbindung mit einer Herkunftsbezeichnung zum Synonym eines Schimpfwortes. Der Hinweis «Kulturbolschewist» ist bis heute ein solches Schimpfwort geblieben und so manche Bezeichnung als «Kulturzionist» mag wohl... Mehr...

DIE BALFOUR-ERKLÄRUNG

Ein fernes Heim für missliebige Fremde

Antony Lerman, 1. September 2017
Nur 67 Worte lang, hat die Balfour-Erklärung vom November 1917 epochale
Folgen gezeitigt – Blick in das Dokument, das Geschichte schrieb.
Die Balfour-Erklärung besteht nur aus einem einzigen Satz mit 67 Worten. Darin versprach die britische Regierung Unterstützung für die «Etablierung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina». Ohne eine feierliche Zeremonie oder... Mehr...

EINE AUSWAHL

Kaleidoskop der Zionisten

Nicole Dreyfus, 1. September 2017
Theodor Herzls steht für den politischen Zionismus. Hunderte andere Akteure waren wichtig für die Bewegung.
Für den Hipster, der durch Tel Avivs Strassen flaniert, stellt sich die Frage, wo das beste Café zu finden ist. Für den Geschichtsinteressierten ähnelt der Gang durch Tel Avivs Strassennetz aber einer Zeitreise. Ein wichtiger Name nach dem anderen präsentiert sich ihm,... Mehr...

PLÄDOYER

Israel liegt in der Ukraine und die Ukraine in Israel

Natan Sznaider, 1. September 2017
Wem gehören Werke ermordeter jüdischer Künstler in Europa? Ein Plädoyer am Beispiel des Schicksals von Bruno Schulz.
Jenseits der östlichen Grenze des geeinten Europas, an einer der Stellen also, an denen die Europäische Union aufhört, liegt Drohobytsch. Dort liegt in einem Massengrab Bruno Schulz, Maler, Dichter, Schriftsteller. Schulz verbrachte sein Leben an einem Ort, der stets von wechselnden... Mehr...
ÜBERFAHRT

«Blindes Vertrauen war gefordert»

Jim G. Tobias, 1. September 2017
Vor 70 Jahren brachte das Schiff «Exodus» die Gründung des Staates Israel auf den Weg – neue Fakten für eine bekannte Geschichte.
«Das kann nicht sein, so klein, so zerbrechlich», dachte David Gutman, als er das erste Mal die «Exodus» erblickte. Wie sollte dieses Schiff sie nach Erez Israel bringen, den Weg übers Mittelmeer schaffen? «Nein, seetüchtig war dieser Dampfer wohl... Mehr...

LIEBESGESCHICHTE

Liebesdrama mit Folgen

Nathan Brun, 1. September 2017
Die Romanze zwischen dem englischen Premier Henry Hebert Asquith und
der wesentlich jüngeren Venetia Stanley veränderte den Gang des Zionismus
vor 100 Jahren eindringlich.
Am 12. Mai 1915, mitten im Ersten Weltkrieg, schickte eine 28-jährige unverheiratete Frau ein kurzes Schreiben an einen verheiraten 63-jährigen Mann, Vater von sieben Kindern, mit dem sie eine intensive Liebesaffäre führte. Im Verlauf ihrer Beziehung haben die beiden Hunderte von... Mehr...

EIN ESSAY

Israel und die Juden – die Juden und Israel

Rabbiner David Polnauer, 1. September 2017
Die Gründung des Staates veränderte das jüdische Leben zwischen Postzionismus und posteuropäischem Zeitalter nachhaltig.
Der Holocaust ist für uns alle eine einmalige, beispiellose Tragödie, einem Tsunami gleich. Das jüdische Volk erlebte die grösste Judenverfolgung, so wie es dem Vater geschieht, dem die Wellen das Kind, das er nicht mehr zu halten vermag, aus den Händen reissen. Ohnmacht und... Mehr...

BASEL

Zentrales Werkzeug

Erik Petry, 1. September 2017
Für die jüdishe Geschichte der Moderne sind die Basler Zionistenkongresse zentral geworden und defnieren das jüdische Selbstverständnis neu.
Revolutionär war es nicht, was der Journalist und Schriftsteller Theodor Herzl in seiner 1896 erschienenen Broschüre «Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage» schrieb, um dann ein Jahr später den ersten Zionistenkongress einzuberufen. Die... Mehr...
ISRAEL PHILHARMONIC ORCHESTRA

Die Macht der Musik

Katja Behling, 1. September 2017
Mit Courage gründete der Geigenvirtuose Bronislaw Huberman 1936 das Palestine Orchestra, aus dem das Israel Philharmonic Orchestra hervorging – er warb jüdische Musiker aus Europa an und ermöglichte ihnen die Ausreise nach Palästina.
Der Dreizehnjährige galt als Wunderkind, und 1896 hatte Bronislaw Huberman die Ehre, das Violinkonzert von Johannes Brahms zu spielen – in Anwesenheit des Komponisten höchstpersönlich. Brahms, schon ein älterer Herr, war von der Virtuosität des Jungen begeistert und... Mehr...

VERÄNDERUNG

Ein grosser Sieg nährt Stolz und Streit

Ben Sales, 1. September 2017
Wie der Sechstagekrieg die amerikanischen Juden verändert hat und bis in die Gegenwart das Selbstverständnis einer ganzen Gemeinschaft prägt.
Der Morgen des 5. Juni 1967 brachte bedrohliche Nachrichten aus Israel. Nach Wochen eskalierender Spannungen hatten die Streitkräfte des jüdischen Staates die arabischen Nachbarstaaten angegriffen. An seiner Synagoge in Riverdale sass Rabbiner Irving Greenberg ängstlich im Kreis... Mehr...
» zurück zur Auswahl