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SAUDI-ARABIEN IRAN

Ayatollah Ali Khamenei als «neuer Hitler des Nahen Ostens» bezeichnet

27. November 2017
Ein explosives Interview in der «New York Times».

Dass Saudi-Arabien und Iran das politisch-ideologische Heu nicht auf der gleichen Bühne haben, ist bekannt. Dennoch beinhaltet ein am Freitag in der «New York Times» veröffentlichtes Interview eine Verurteilung Irans, die in ihrer Form und Wortwahl zumindest ungewöhnlich ist. Gegenüber dem bekannten Journalisten Tom Friedman – er war vor Jahren schon NYT-Korrespondent in Jerusalem – bezeichnete nämlich der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman Ayatollah Ali Khamenei als den «neuen Hitler des Nahen Ostens», der gestoppt werden müsse. «Wir haben von Europa gelernt», sagte der Monarch, «dass Beschwichtigung nicht wirkt. Wir wollen nicht, dass der neue Hitler in Iran das im Nahen Osten wiederholt, was in Europa geschehen ist.» An Friedmans Adresse bat der Kronprinz, nicht zu schreiben, dass die Saudis den Islam «reinterpretieren» würden: «Wir bringen den Islam zu seinen Ursprüngen zurück, und unsere besten Instrumente sind die Praktiken des Propheten und das tägliche Leben in Saudi-Arabien vor 1979». Damals war die Grosse Moschee in Mekka von saudisch-puritanistischen Extremisten besetzt worden, die die regierende saudische Familie als korrupt kritisiert. In jenem Jahr brach auch die Islamische Revolution in Iran aus. – Der erst 28jährige saudische Kronprinz ist massgeblich beteiligt an der Aufrüttelung der herrschenden Klasse in seinem Land. Seine Regierung hat den auch letztens zahlreiche Prinzen und Geschäftsleute unter dem Vorwurf der Korruption festnehmen lassen. [TA]

 





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