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DEUTSCHLAND

Horst Mahler will ins Exil

20. April 2017
Der ehemalige Anwalt Horst Mahler hätte gestern in eine Strafanstalt eintreten sollen, zur Verbüssung einer Reststrafe wegen Volksverhetzung. In einer Videobotschaft kündigt er den Gang ins politische Exil an.

Der 4-minütige Videoclip ist seit gestern Mittwoch auf dem Blog eines rechtsextremen Gesinnungskameraden aufgeschaltet. Horst Mahler, inzwischen 81jährig, stellt sich darin als politisch Verfolgter dar, den der Staatsanwalt habe umbringen wollen. Er schliesst seine Kurzansprache mit der Ankündigung, er werde «in einem aufnahmebereiten souveränen Staat politisches Asyl erbitten». Einen Namen nennt er nicht, ebenso wenig ob er Deutschland bereits verlassen hat.

Mahler leugnet den Holocaust seit vielen Jahren. Er war deshalb wegen Volksverhetzung zu einer Strafe von rund zehn Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. (Inzwischen sind weitere Verfahren hängig.) Im Sommer 2015 war Mahler aus dem Strafvollzug entlassen worden, dem Diabetes-Kranken musste in lebensbedrohlicher Situation der linke Unterschenkel amputiert werden. Vor einigen Wochen hat der zuständige Staatsanwalt die Vollstreckung des verbleibenden Freiheitsentzuges angeordnet. Mahler war in den vergangenen Monaten mehrmals bei rechtsextremen Vortragsveranstaltungen als Redner aufgetreten. So auch im Januar 2017 in der Nähe von Mannheim. Dort gab er von sich, «die Judenheit» sei «in der Tat der Feind.» Und auch: «Das ist der Auftrag an die Judenheit, der bis heute von ihr erfüllt wird. Sie sind darauf aus, die Völker regelrecht zu vernichten.» Unter Vernichtung sei dabei «auch ihre Versklavung» zu verstehen. «Das ist das Ziel dieses Volkes von Anfang an und ist nie aufgegeben worden». Man kann nicht behaupten, dass Freiheitzentzug bis anhin bei Mahler resozialisierend gewirkt hat. [HS]

 





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