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GAZA-GRENZÜBERGANG

Kairo verzögert Rafah-Öffnung nach dem Terroranschlag

27. November 2017
Nach dem verheerenden Anschlag vom Freitag im Sinai hat Kairo die Öffnung des Grenzübergangs Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten wegen Sicherheitsbedenken verschoben.

Am Freitag forderte ein Anschlag auf eine Moschee im Nord-Sinai mindestens 305 Todesopfer. Das berichtete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena unter Berufung auf die palästinensische Botschaft in Kairo. Ohne den Anschlag wäre der Übergang während drei Tagen in beiden Richtungen geöffnet worden. Die angegriffene Moschee war vor allem von Anhängern der Sufis frequentiert worden. Diese Bewegung ist in den Augen von islamistischen Extremisten wie dem «Islamischer Staat» (IS) eine ketzerische Bewegung, weil sie den Glauben weniger wörtlich interpretiert. Trotzdem dementierte der IS am Sonntag vehement, hinter dem Anschlag zu stehen. Er würde keine «unschuldigen Muslime» ermorden, hiess es in der Erklärung. Neben den persönlichen Tragödien manifestiert der Anschlag von Bir el-Abd vor allem eines: Dass es der ägyptischen Zentralregierung auch nach dreijährigen, oft blutigen Kämpfen gegen den IS und dessen Alliierte im Sinai offenbar nicht gelungen ist, den Aufstand des IS in diesem Teil der arabischen Welt zu bezwingen. Aus Jerusalem wird verlautet, dass Kairo die Israeli bis jetzt nicht darum ersucht hat, die Truppen auf der Sinai-Halbinsel zu verstärken. In der Vergangenheit hat Israel auf derartige Ansinnen in der Regel positiv reagiert. [JU]





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